Neue Produkte kennen lernen, bevor sie im Handel sind? Fulminante Floristik sehen? Mit Herstellern und Pflanzenzüchtern sprechen? Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal. Und sie werden alle auf der IPM in Essen erfüllt. Diese Fachmesse findet immer im Januar statt, wenn in den Messehallen mehr blüht als draußen. Nach einem Jahr pausieren war ich mal wieder dort, Deutschlandticket sei Dank.
Es gibt auch im Januar in Essen schon Erdbeeren:

Kontrastprogramm zum Moos: Sieht dieser korpulente Kaktus nicht aus, als ob man ihn kuscheln könnte? "Easycare" macht sich dann ja auch quasi von allein!
Positiv ist hier der Hinweis auf torffreie Erde:
Wo wir gerade beim Thema torffrei sind: Neu ist diese Blumenerde aus getrockneten und pelletiertem Kaffeesatz, alternativ gibt es Pellets aus verschiedenen organischen Materialien - alles torffrei und man gibt Wasser zu, um bepflanzbare Erde zu erhalten. Die Trocknung macht das Produkt kompakt und im Karton gut transportier- und stapelbar. So verpackt darf es auch im Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden, wurde uns gesagt, denn Blumenerde im Beutel darf höchstens am Eingang herumliegen, ganz weit weg von Lebensmitteln. Gepresster Kaffeesatz ist ja immerhin schon mal ganz nah dran am Lebensmittel...
Hier durfte ich netterweise 20 Liter Blumenerde zum Testen mitnehmen. Das heißt in diesem Fall 4,6 kg. Hat aber sogar in den Rucksack gepasst!
Auch torffrei: Wurzelnackte Haselnüsse und die Unterschiede der Sorten im Glas zum Staunen:
Diese Töpfe bauen sich zwar nicht zu Torf ab, aber sie tun es, wenn man die Pflanzen mit Topf einpflanzt. Den schwarzen Töpfen würde Asche zugesetzt, sie halten dadurch ein bisschen länger als die braunen. Sie sollen, wenn sie nicht in Erde gesetzt werden, durchaus Monate ansehnlich bleiben.
Ein großer Trend sind gerade Verkaufsautomaten für Schnittblumen. Bei der Zahl am jeweiligen Fach denkt man erst mal an einen Backofen mit Gradzahl, aber es ist nur die Nummer zum Auswählen der Ware. Ich habe leider nicht gesehen, wie sanft die Blumen dann zum Käufer gleiten – es war noch eine große Scheibe davor, also werden sich die Fächer nicht einfach öffnen.
Toll wie immer war der Stand von Blu, hier gab nicht nur neue kulinarisch wertvolle Pflanzenarten zu bestaunen, sondern Kostproben dieses kreativen Pflanzensortiments auch noch aufs Brot geschmiert. Von Queller über Meerfenchel und Papaya bis zur Fuchsie und Bouillonpflanze (Cordia verbenacea) ist alles essbar und alles dabei.
Ein Spezialist für Sukkulentenvermehrung aus Stecklingen zeigt die vielfältigen Varianten:
Seht ihr das? Hier steht auch wieder was von "Cuddly Cactus" – ich glaube, ich bin da etwas auf der Spur!
Entgleisungen in Richtung Kitsch gab es natürlich auch wieder, wie die armen Amaryllis-Zwiebeln, die in Wachs oder Schlimmeres getaucht als Deko verheizt werden. Diesmal haben die Hersteller noch eine Schüppe draufgelegt und flauschige Oberflächen im Programm oder bedruckte, die wie Porzellan aussehen. Ich wurde dann vom Aussteller gefragt, ob mir die Dinger gefallen, und musste leider ehrlich antworten.
Und zum guten Schluss noch zur Floristik. Hier gab es die allerschönsten Kreationen, wobei man für einige schon 100 qm Wohnzimmer braucht, damit man sich nicht die Augen aussticht und das Prachtstück auch zur Geltung kommen kann.
Das letzte Bild überlasse ich eurer Interpretation. Ich glaube, das rechts soll ein rauchender Vulkan sein, und das andere ist eine um einen Käfig herum erzogene Weide.
















































